BILD dir eine Meinung: Lass die Leute anrufen

Der Duisburger Politikwissenschaftler Prof. Karl-Rudolf Korte sagte BILD.de:

„Hier wird mit unterschiedlichen Methoden gearbeitet. In Internet-Portalen bringen Nutzer per Klick ihre momentane Betroffenheit zum Ausdruck. Das ergibt nur eine Momentaufnahme und hat eine geringere Aussagekraft als eine repräsentative Umfrage. Denn die erreicht ja auch die vielen Millionen Menschen, die nicht das Internet nutzen.“ [1]

Die Umfrage von Infratest-Dimap beruht auf 1.000 befragten Wahlberechtigen Bürgern[2]. (Für Politiker, die mit Stellen vor dem Komma Probleme haben, dass sind in Worten ein Tausend. Eine Million wäre 1.000.000) Sie fand am 22. Februar statt.  Momentan kann ich die geringere Aussagekraft eines Mausklicks zu einer Ja/Nein Antwort am Telefon nicht erkennen.

August 2010 wurde die Zahl der Internetnutzer ab 14 Jahre auf  50 Millionen [3] (50.000.000) geschätzt. Internet Umfragen großer Portale umfassen meist viel mehr Nutzer als repräsentative Umfragen. Allerdings sagt Zahl der Befragten nichts über die Qualität der Prognose.

Bei der Bestellung einer Umfrage hält sich der Besteller häufig Veröffentlichung der Ergebnisse vor. Wenn das Ergebnis nicht passt … wird es nicht veröffentlicht.

Eine Telefonumfrage, bei der der „Befragte“ anrufen muss (televoting), ist sehr wenig repräsentativ, dafür extrem lukrativ, was aber nichts mit dem Ergebnis zu tun hat. Und wenn man die Richtigen informiert, dann kommt auch das passende Ergebnis heraus.

Quellen:

1. Andreas Thewal, Franz Solms-Laubach: Pro und contra Guttenberg,  www.bild.de 24.02.2011 15:44

2. Infratest-Dimap: www.infratest-dimap.de , Abruf: 24.02.2011

3. Andreas Wilkens: Studie: Fast 50 Millionen Internetnutzer in Deutschland, 13.08.2010 11:29 www.heise.de Abruf: 24.02.2011]

4. Repräsentativität: wikipedia.org

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