Politiker machen Front gegen die Banken

Paragraph 1: Schuld haben immer die anderen.

„Die zu geringe Kapitalausstattung von Banken könnte im schlimmsten Fall zu einer Pleite der Kreditinstitute führen, wenn riskante Geldgeschäfte zu platzen drohen.“1

Nun, Staatsanleihen galten bisher nicht als riskante Geldgeschäfte. Danke für den Hinweis: Ich werde umdenken!

Die Banken stecken in der Krise, weil die Staaten sich überschuldet haben und Zinsen und Tilgung nicht mehr bezahlen können. Wer ist an der Krise schuld? Die Banken, die das Geld ihrer Kunden den Staaten geliehen haben.

Die – gesetzlich festgelegte – Eigenkapitalquote der Banken für diese riskanten Staatsanleihen liegt immer noch bei 0% (in Worten: null Prozent. Wer es noch nicht verstanden hat: Nicht ein Cent. Merkel-Cent sind nicht gemeint.) Ein Skandal, dass die Banken die Gesetze nach der letzten Finanzkrise nicht geändert haben. Denn, wie jedes Kind weiß, machen in der Demokratie die Banken die Gesetze. Man hätte die Quote rechtzeitig verdoppeln, verdreifachen, oder verzehnfachen sollen. Oder … ach, ist doch gleich.

Die Politiker (Sorry es muss natürlich heißen:) Banken sind ihrer Verantwortung für die Gesamtwirtschaft nicht gerecht geworden. Schuld daran sind die Banken, die sich auf hoch riskante Geldgeschäfte mit den Staaten eingelassen haben. Die Banken haben ihnen mehr Geld verliehen, als sie mit ihren laufenden Einnahmen tilgen können. Und hätten die Rating-Agenturen rechtzeitig reagiert und die Kreditwürdigkeit der Staaten frühzeitig herabgestuft, wäre dies alles nicht passiert. Die Politik hätte frühzeitig reagieren und ihr Verhalten ändern können.

Immer noch verwenden die Banken ihre Gewinne für Boni und Dividenden. Schrecklich. Im Kapitalismus verteilen die Aktiengesellschaft tatsächlich ihre Gewinne an die Anteilseigner (Aktionäre) oder als Leistungsanreiz an die verdienten Mitarbeiter. So weit ist es nun schon gekommen. Bezahlung nach Leistung. Was könnten die Banken nicht schönes mit dem Geld machen?

Und damit das alles so bleibt, werden die Banken jetzt mit Steuergeldern gerettet. Wo kämen wir hin, wenn die in riskanten Staatsanleihen angelegten Diäten oder das Geld der Leute, die keines haben, verloren ginge, weil eine Bank pleite geht. Mit so einer Bankenrettung kann man immerhin das Nichts des kleinen Mannes zu 100% (sprich alles) retten.

Kurze Frage: Wieso sollte ein Aktionär seine Gewinne zu verschenken?

Und wenn sich doch herausstellen sollte, dass die Banken nicht schuld sind, dann bleibt da noch der Wähler. Er hätte doch andere Banken wählen können, die bessere Gesetze gemacht hätten.


1. Tageschau.de 16.10.2011: Politiker machen Front gegen die Banken >>

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