Ich hau dir auch einmal ein blaues Auge

Als Norddeutscher in der Diaspora mit Sprach- und Integrationsschwierigkeiten hat man es nicht leicht. Nach einem kleinen Gefallen sagte jemand zu meiner Frau: „Ich hau dir auch einmal ein blaues Auge!“
Auf die Entschuldigung meiner Frau, die sich eigentlich keiner Schuld bewusst war, erfolgte die Erklärung. Wie gut, wenn man miteinander redet. Diese Rheinische? Redensart soll einen Dank ausdrücken. Ein Norddeutscher würde sagen: „Du hast etwas gut bei mir.“ Wie gut, dass sie drüber geredet haben.

Eine Umfrage unter heimischen Arbeitskollegen ergab ein uneinheitliches Bild: Einige kannten den Ausdruck, andere nicht. Irgendwie mutet der Ausdruck für eine Dank seltsam an. Bei der Suche im Internet fand ich den Ausdruck „Ich werfe dir auch mal einen Stein in den Garten.“ Dieses Sprichwort scheint sowohl positiv als auch negativ verwendet zu werden. Zur positiven Verwendung fiel mir der Begriff steinreich ein. Steinreich ist (im Norddeutschen) jemand gewesen, der sich – in einer Gegend mit wenig Steinen – ein Haus aus Stein bauen konnte, oder viele Edelsteinen besaß. In einer Gegend mit vielen Steinen dürfte es für einen Bauern kein Segen gewesen sein, ein steinreiches Feld zu haben.

Die Frage warum der böse Wunsch nach „Hals- und Beinbruch“ oder „Mast -und Schotbruch“ ein Glückwunsch ist, war mittels Wikipedia schnell geklärt: Es ist möglicherweise – wie „Guten Rutsch“ – eine Verballhornung des jiddischen „hatslokhe u brokhe (Erfolg (Glück) und Segen)“.

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