Was ist eigentlich Sexismus? Oder ein Herrenwitz?

Seit wenigen Tagen sind die Begriffe Herrenwitz und Sexismus in aller Munde. Mir war letzterer bisher nicht geläufig; für den ersten Begriff bedarf es auch einer Erläuterung . Also hab ich mal bei WikiPedia vorbei geschaut.

Altherrenwitz

Zum Begriff Herrenwitz oder -humor gibt es keinen Eintrag. Die Artikel zum Thema Altherrenwitz oder -humor wurden vor langer Zeit gelöscht. Aber es findet sich eine Erklärung, die angeblich auf diesen Artikeln[1] basiert.

Als Altherrenwitz oder Altherrenhumor bzw. als schlüpfrigen Witz bezeichnet man einen Witz, dessen Pointe mit Sexualität zu tun hat. Solche Witze werden wegen ihres speziellen Charakters von vielen nicht als lustig empfunden.

Die Katharsis entsteht bei Altherrenhumor vor allem dadurch, dass sich der Hörer gewisse sexuelle Situationen plastisch vorstellen muss, so dass die Katharsis zum Teil auch einer Art milder Onanie entspricht.

Neben der Katharsis hat der Altherrenhumor auch eine soziale Funktion: Er setzt ein gewisses Mass an sexueller Erfahrung voraus (sozusagen, um den Witz zu verstehen). Dadurch, dass Erzähler und Zuhörer gemeinsam lachen, beweisen sie sich gleichzeitig, dass sie selbst über diese Erfahrung verfügen, und formen durch dieses gemeinsame Geheimnis ein momentäres Band einer Art exklusiven Elite.

Einige Menschen empfinden Altherrenhumor einfach als sexistisch (da bevorzugt Frauen instrumentalisiert werden); vielen nervt er, weil sie annehmen, dass der Erzähler einen Mangel an tatsächlichen Sexerlebnissen durch das Erzählen solcher kompensiert.

Dass vorgebliche gerade ältere Männer aus biologischen und sozialen Gründen weniger Sex haben, hat dieser Art von Humor ihren Namen gegeben.

Eine „Körbchengröße 90L“ für das Euter einer Kuh fällt damit in diese Kategorie. Aber auch die Bemerkung von Cindy aus Marzahn in der „Wetten, dass …“, entweder die Kuh oder sie müsse bei Verlust der Wette gemolken werden[2], zeigt: Schlüpfrige Witze – vor Millionenpublikum – sind nicht den alten Männern vorbehalten. Zum Glück wurde die Wette gewonnen. Ich stelle mir vor, Christiane Hörbiger hätte sich für Cindy entschieden.

Aber ist dies Sexismus?

Sexismus

Jetzt wird es viel komplizierter. Die „eine“ Definition des Sexismus gibt es nicht. Eva Fels und Dagmar Fink setzen sich in einem Impulsreferat lang und breit mit dem Begriff auseinander. Es übersteigt meine Ambitionen alle mögliche Definitionen zu untersuchen. Daher möchte ich aus den vielen Definitionen die des Brockhaus und zwei Definitionen der Autorinnen auswählen:

Brockhaus (1984): aus dem Amerikanischen übernommener kritischer Begriff der emanzipatorischen Frauenbewegung, der die Formen der Benachteiligung und Unterdrückung der Frau auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit bezeichnet.

Sexismus als Bewertung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts.

Sexismus ist von anderen zu erwarten/zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern.

Während die meisten Definitionen wie die Definition aus dem Brockhaus der einseitigen Betrachtung herrschender Mann – unterdrückte Frau folgen, sind die beiden letzten Definitionen geschlechtsneutral.

Genug für heute.

  1. [1]Quelle: AdGlossar, 27.01.2013
  2. [2]Siehe: Focus Online

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