Abmahnwelle (Fortsetzung 5)

Videos des User bgale76
Videos des User bgale76

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, eine Anmerkung zur jüngsten Stellungnahme von Diehl & Partner. Grundsätzlich passt diese Erklärung in meine Vermutung über den Ablauf und das Gutachten. Leider geben sie zu zwei Punkten keine Auskunft. Der Verweis (Seite 8) auf einen fehlenden Abschnitt 5.3 wird nicht erklärt. Auch wird nicht erwähnt, ob der Test auf einem Rechner der Kanzlei stattfand oder der Rechner von itGuards Inc. gestellt wurde.

Etwas seltsam finde ich die Erklärung, dass sie nichts vom späteren Verwendungszweck gewusst oder geahnt haben. Wozu hätte dieses Gutachten, insbesondere der Test mit echten Adult Content Portalen, dienen sollen? Ein Test in einem Labor mit moralisch neutralen Videos unter kontrollierten Bedingungen wäre doch für ein Patent viel aussagekräftiger. Nicht nachgefragt? Hier ist doch klar, welcher Eindruck erweckt werden soll.

In den letzten Tagen habe ich ein paar neue Statistiken erstellt und konnte meine Zahlen über die Zugriffe auf die Videos etwas verbessern. „Abmahnwelle (Fortsetzung 5)“ weiterlesen

Abmahnwelle (Fortsetzung 3)

Seit einigen Tagen ist das Gutachten zur Software GLADII 1.1.3 auf abmahnung-medienrecht.de veröffentlicht. Klemens Kowalski hat sich in zwei Beiträgen vom 14. und 23. Januar ausführlich mit dem Gutachten beschäftigt, wobei der zweite Artikel ein Update zum ersten Artikel darstellt. Die Artikel sind durchaus lesenswert, aber viele Annahmen und Schlussfolgerungen sind mir zu emotional motiviert.

Deshalb möchte ich die wenigen Informationen, die das Gutachten enthält, in die bisherigen Annahmen zur Funktionsweise der Überwachung einbringen. Die Frage Wie kann man ein Portal überwachen habe ich bereits in einem Artikel ausführlich erörtert. Die dort aufgezeigten Alternativen möchte anhand des Gutachtens auf den Fall der RedTube Abmahnungen anwenden und bewerten.

Der Gutachter

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Google-Frage: Kann man beweisen, dass man Pornos herunterlädt?

Network
Network

Diese Frage an Google führte die Tage jemanden zu diesen Seiten. Ob die Frage zufriedenstellen beantwortet wurde, weiß ich nicht. Vielleicht traf der Sucher auf den Artikel Wie kann man ein Portal überwachen? In diesem Fall könnte die Frage ausreichend beantwortet sein. Wenn nicht, folgt hier eine etwas allgemeinere und umfassendere Antwort.

Auch wenn die Frage aus der Redtube-Abmahnwelle motiviert sein dürfte, will ich darauf nicht oder nur als Randnotiz eingehen.

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Wie kann man ein Portal überwachen?

Ansicht der RedTube Seite mit aktiven NoScript Plugin
Ansicht der RedTube Seite mit aktiven NoScript Plugin

Im Falle der jetzigen Abmahnwelle und der angekündigten weiteren Abmahnungen stellt sich die Frage, wie kann der Abmahnende im Falle des Download oder Streaming eines Videos von einem Web-Server an die IP-Adressen der Nutzer, die sich die Videos ansehen, gelangen, wenn der Betreiber des Portals diese nicht bereitstellt. (Dazu, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Streaming und Download gibt, komme ich später.)

Gegenüber RA Christian Solmecke deutete RA Thomas Urmann an, dass Redtube nicht die einzige Plattform ist, die überwacht werden kann.[1]

Die Formulierung, dass die Portale „überwacht“ werden können, finde ich sehr interessant. Dies würde bedeuten, dass jemand alle oder zumindest sehr viele Zugriffe (zum Beispiel alle Zugriffe aus Deutschland) auf das Portal beobachtet und prüft.

An einem Video-Download oder -Streaming von einem Web-Server zu einem Web-Client sind nur diese beiden und die Router oder Proxy-Server auf dem Weg zwischen den beiden Rechnern beteiligt. Für eine Überwachung müsste sich der Überwacher, als Dritter im Bunde, in diese Verbindung einhängen. Dies geht nur an wenigen Stellen.

Eine derartige Überwachung könnte an folgenden Orten stattfinden:

  1. Auf den Servern von RedTube
  2. Auf einem Router zwischen Nutzer und den RedTube Servern
  3. Auf einem Proxy-Server zwischen Nutzer und den RedTube Servern
  4. Auf dem Rechner des Nutzers
  5. Im Video durch eingebetteten Code
  6. In der RedTube Seite durch eingebettete Objekte (Werbung)
  7. Durch umgeleitete Zugriffe / Routen

Jede dieser Möglichkeiten wollen wir nun untersuchen.

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  1. [1] Quelle: wbs-law.de