Merkel gibt Rot-Grün Schuld am Erfolg der CDU in Bremen

Es sehe ganz danach aus, als seien sehr viele Wähler von SPD und Grünen aus Enttäuschung zu Hause geblieben, sagte die CDU-Chefin. «Und da ist es dann vielleicht doch besser, man gibt sich noch etwas mehr Mühe zu mobilisieren. Und das scheint mir hier von sozialdemokratischer Seite das Problem gewesen zu sein.»

Quelle: SHZ.de 11.02.2015

Wenn die CDU ihre Wähler deutlich besser mobilisiert hat, sich richtig Mühe gegeben hat und natürlich erfolgreicher war als SPD und Grüne, dann verdankt die CDU ihren Erfolg einzig dem Zuhausebleiben der SPD- und Grün-Wähler. Die Mehrheit der Nicht-Wähler steht also nach Eingeständnis der CDU-Vorsitzenden auf Seiten von Rot-Grün.

Nehmen wir an, dass die kleinen Parteien und die CDU ihr Wählerpotential optimal ausgeschöpft haben. Wäre die Wahlbeteiligung 60% gewesen und hätten die zusätzlichen Wähler sich somit auf Rot-Grün verteilt, hätte die CDU nur 18,8% erreicht; bei 70% Wahlbeteiligung wären es 16,1% gewesen. Rot-Grün hätte 56,7% oder 62,9 % der Stimmen bekommen.

Ob Frau Dr. Merkel dies bewusst war, als sie diesen Kommentar abgegeben hat?

Wer nicht wählt, wählt den Gegner

Wählerresignation und Wahlverweigerung

Wer glaubt, dass seine abgegebene Stimme durch die Politiker missbraucht wird, irrt. Im Gegenteil, seine nicht abgegebene Stimme wird missbraucht.

Politiker lassen sich nicht wählen, sondern sie werden gewählt. Die paar Stimmen der Politiker machen den Kohl nicht fett. So bekommen nicht die Politiker die Volksvertretung, die sie als Strafe verdienen, sondern die Nicht-Wähler bekommen die Volksvertreter, die die Wählenden für sie aussuchen.

Warum? Die Anzahl der Sitze im Parlament ist in Deutschland unabhängig von der Zahl der Wähler. Bleiben von allen Parteien gleich viel Wähler (sagen wir 40%) zu Hause, ändert sich an der Sitzverteilung überhaupt nichts. Nur eine unterschiedliche Mobilisierung der Wähler hat Auswirkungen auf die Sitzverteilung. Beispiel: Von 100 Wähler wählen A: 60; B: 40. Geben nur 60% ihre Stimme ab, bleibt das Verhältnis mit 36 zu 24 Stimmen gleich. Deshalb ist mangelnde Wahlbeteiligung in Maßen keine Bedrohung für Politiker.
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Wahlumfragen

Vor fünf Jahren hatte ich in einem anderen Blog schon einmal etwas über Sonntagsfragen und die möglichen Schlagzeilen, die sich durch die Streuung der Ergenbisse von Woche zu Woche ergeben, geschrieben. Über fünf Jahre ist dies heute her. Die Absicht eine Roulette Simulation zu schreiben hat zu dem alten Programm geführt, das ich das alte Programm etwas aufpoliert habe. Hier eine aktuelle Simulation von 20 Sonntagsfragen. In der Kopfzeile steht das exakte Stimmenverhältnis, das der Simulation zugrunde liegt. In den Zeilen die Ergebnisse der Parteien und am Schluss die minimalen und maximalen Ergebnisse der Umfragen. Da einige Institute ihre Weisheit aus etwa 1.000 Befragten ziehen, habe ich die Zahl hier auch zu Grunde gelegt. Ein Vergleich der Maxima und Minima zwischen den Parteien, zeigt, wie sehr eine Prognose wer nun gerade die Nase vorne hat vom Zufall abhängt. Vom 6% Vorsprung bis 3% im Hintertreffen ist – bei 3% tatsächlichem Abstand zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten – alles drin.

Ergebnis der 20 simulierten Sonntagsfragen mit 1.000 Befragten

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