Timoschenko: „Dem Drecksack in die Stirn schießen“

Was immer Julija Timoschenko genau gesagt hat und wie man es gut ins Deutsche übersetzt: Staatsmännisch war die Wortwahl nicht. Doch wie fühlt sich jemand, der hilflos mit ansehen muss, dass der große Nachbar innerhalb weniger Tage Fakten schafft? Dazu gibt es noch wortgewaltige Unterstützung und Rückenwind aus Europa und Amerika, nach dem Motto „Die Ukraine möge bitte – wir werden nichts tun, was unsere Erdgasversorgung gefährdet.“ Da können (und dürfen) auch mal die Pferde mit einem durchgehen. Bei allem Frust und aller Hilflosigkeit, solche darf man im stillen Kämmerlein denken, aber in Zeiten der NSA und ihrer russischen oder chinesischen Kollegen nicht über eine Telefon sagen. Es sei denn, man möchte es publik machen.

Die Ukraine ist der Vorhof Russlands. Instabile und unkontrollierbare Verhältnisse in der Ukraine, insbesondere auf der Krim, sind nicht im russischen Interesse und Wladimir Putin kann in einem Konflikt Ukrainer – Russen nicht zuschauen. Nur wenn der Koch den Topf rechtzeitig vom Feuer nimmt, wird das Essen nicht anbrennen.

Wie würden die Amerikaner in ihrem Vorhof reagieren? Wie haben sie bisher reagiert?

Castro wandte sich Moskau zu, Kuba wurde vom Vorhof der USA zum Vorposten des Kreml, für die USA eine unerträgliche Situation. Man versuchte, Castro zu stürzen. Das führte im April 1961 zum Desaster in der Schweinebucht: Die Invasion scheiterte kläglich.

Doch die Regierung in Washington ließ nicht locker. …

Die Vorbereitungen für eine Invasion Kubas gehen weiter. Geplant sind sieben Tage lang massive Luftangriffe, über tausend allein am ersten Tag, um die Raketenbasen, das Luftabwehrsystem und die Flugplätze zu zerstören.

Quelle: Zeit Online – Kalter Krieg – Dem Abgrund entgegen vom 22.10.2012

Kleiner Unterschied: Bei den Russen ist es bisher kein Desaster.

Eine Bettel-E-Mail aus Russland

Heute erreichte mich die anliegende E-Mail der armen Elena aus Russland.

Received: from smtp.tellas.gr (smtp.tellas.gr [62.169.194.25])
by h1234567.stratoserver.net (Postfix) with SMTP id 262371DB0890
for <thomas@example.com>; Sun, 16 Dec 2012 21:16:46 +0100 (CET)
Received: from localhost (localhost [127.0.0.1])
by smtp.tellas.gr (Postfix) with ESMTP id 4AEAB38A153;
Sun, 16 Dec 2012 22:16:45 +0200 (EET)
Received: from smtp.tellas.gr ([127.0.0.1])
by localhost (felsaasrv02.tellas.gr [127.0.0.1]) (amavisd-new, port 10024)
with ESMTP id H0S948B-nfLd; Sun, 16 Dec 2012 22:16:45 +0200 (EET)
Received: from adsl-223.37.6.112.tellas.gr (adsl-157.37.6.20.tellas.gr [37.6.20.157])
by smtp.tellas.gr (Postfix) with SMTP id 2F86738A149;
Sun, 16 Dec 2012 22:16:35 +0200 (EET)
From: „Elena SP“ <elenades@larmail.ru>
To: <ruediul@gmx.de>
Subject: brief
Date: Mon, 17 Dec 2012 00:17:08 +0400
Guten Tag,

Mein Name ist Elena, ich schreibe Ihnen diesen Brief aus einer kleinen Stadt in Russland.
Ich lebe mit meiner kleinen Tochter, aber ohne Mann, weil er unsere Familie verlassen.
Als ein Ergebnis der tiefen Krise vor kurzem habe ich meinen Job verloren und kann nicht fu“r die Beheizung von unseren bezahlen
Wohnung mehr.
Wir haben Winter und Wetter jetzt ist fast minus 20 Grad. Wir brauchen dringend Heizung da die Temperatur wird ka“lter jeden Tag und unser Schlafzimmer und wir wissen nicht, was zu tun ist.
Der einzige Weg, um zu unserem Haus zu heizen ist eine portable Holzofen mit dem Einsatz
Feuer und das Holz, weil wir Einsparungen von Holz in unseren Schuppen haben.
Aber wir ko“nnen es nicht kaufen in unserem lokalen Markt, weil es zu teuer ist fu“r uns
(entspricht 196 EUR), und wir ko“nnen es sich nicht leisten.
Ich fand Ihre E-Mail auf dem deutschen Website und beschlossen, diesen Brief von unserem schreiben
lokalen Bibliothek.
Wenn Sie eine alte tragbaren Ofen aus Gusseisen gefertigt und haben Sie nicht schon, ich bete Sie spenden uns dies und Lieferung an unsere Adresse.
Ich warte Ihre Antwort und Igive Sie unsere Adresse bis zur Auslieferung.
Ich wu“nsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Elena.
P.S. Ich u“bersetzte diesen Brief mit google-U“bersetzer und ich hoffe, dass Sie in englischer Sprache zu beantworten, weil ich es studierte an der Schule.

Ist das nicht ein trauriges Schicksal. Die arme Elana und ihre kleines armes Töchterlein. Da möchte man doch gleich die Rechnung für den Ofen übernehmen. Nur bin ich nicht der einzige Adressat, denn meine Adresse lautet nicht ruediul@gmx.de. Also ist meine Adresse als Blindkopie eingetragen – wahrscheinlich mit 1.000 anderen. Es wird auch nicht die einzige oder die letzte E-Mail dieser Art sein, die in den nächsten Tagen ins Postfach flattert. Da kommen viele Öfen zusammen.

Großes Mitleid habe ich mit der armen Elena nicht, denn es dürfte in Elenas Bibliothek nicht sonderlich kalt sein. Die Mail wurde von einem Rechner in Griechenland abgeschickt und dort sind es eher +20° Celsius. Wie nahe Russland und Griechenland doch beieinander liegen. Ich muss mal meine Geografiekenntnisse auffrischen.

Liebe Elena, nichts für ungut, von mir gibt es nichts. Versuch misslungen. Aber ich bin sicher, es finden sich ausreichend Trottel, die genug Öfen spenden werden.