Saschas Internet ist kaputt

„Saschas Internet ist kaputt.“[1]

„Dann soll er mal den Router an und aus schalten. Mach ich auch immer. Wenn es nicht hilft, dann Rechner neu starten. Danach Telekom anrufen.“

„Machst Du nicht.“

„Was! Mach ich immer so: Router – Rechner – Telekom. Ich ärgere mich doch nicht lange mit den Fehlern rum.“

„Du rufst nicht bei der Telekom an. Du hast Voice over IP. Da funktioniert das Telefon nicht, wenn das Internet nicht funktioniert.“

„Ich habe vielleicht auch ein Handy? Also, wieso ist sein Internet kaputt?“

„Nicht sein Internetzugang ist kaputt; Sascha meint: Das Internet ist kaputt.“
„Saschas Internet ist kaputt“ weiterlesen

  1. [1]Sascha Lobo: Abschied von der Utopie – Die digitale Kränkung des Menschen; FAZ.net vom 11.01.2014

Welche Tools nutzen amerikanische Geheimdienste?

Da Geheimdienste im Verborgenen arbeiten, sollte es nicht einfach sein, dies herauszufinden. Dennoch gibt es einen einfachen Weg über die Stellenanzeigen unter militaryonesource.mil und einer Googlesuche nach SIGINT für „Signals Intelligence“. Nicht nur die Geheimdienste suchen dort Personal, sondern auch Firmen. Da drei, fünf oder mehr Jahre Erfahrung und Sicherheitsprüfungen Top Secret oder höher gefordert werden, scheint Out-Socurcing und hire and fire in diesem sensiblen Bereich nicht unüblich zu sein. Das Personal wird für bestimmte Projekte oder Aufgaben gesucht und muss vorher in diesem Bereich tätig gewesen sein, sonst könnte es keine Erfahrung haben oder bestimmte Ausbildungen nachweisen. In den Stellenanzeigen stehen die Tools und Datenbanken, die der Bewerber kennen sollte oder mit denen er Erfahrung hat.

Hier nun eine Liste der 7674 Tools und Datenbanken, die ich in den Stellenanzeigen zum Thema SIGINT gefunden habe. Es finden sich ein paar aus der aktuellen Diskussion bekannte Namen in der Liste. PRISM ist jedoch nicht darunter.
„Welche Tools nutzen amerikanische Geheimdienste?“ weiterlesen

Das NSA Data Center und das Yottabyte Märchen

Die NSA baut in Bluffdale, Utah, das größte Datenspeicherzentrum der Vereinigten Staaten. James Bramford[1][2], ein Autor zahlreicher Bücher über die NSA, spekuliert, dass der Speicherplatz ein Yottabyte betragen soll. Ein Yottabyte sind 1024 Byte oder 1 Billionen Terabyte. Bei etwa zehn Milliarden Menschen würde dies bedeuten, dass 100 Terabyte pro Mensch gespeichert werden könnten. Diese Zahl stammt wahrscheinlich aus einer Architektur Vision des Department of Defence (DoD) – auch Pentagon genannt, von 2007. Schon früher wurde diese Zahl kritisch in Kommentaren hinterfragt, ohne die Quelle zu konsultieren. Am 26. Juni 2013 hat Mark Burnett[3] vorgerechnet, dass diese Zahl völlig utopisch ist. (Man beachte: In der Englischen Sprache gibt es keine Zahlen mit -iarden. Eine Milliarde sind im Englischen „one billion“, eine Billion sind „one trillion“.) Trotzdem taucht diese Zahl immer wieder in der „Fachpresse“, so jüngst im c’t Magazin[4] auf.
„Das NSA Data Center und das Yottabyte Märchen“ weiterlesen

  1. [1]wired.com: James Bamford – The NSA Is Building the Country’s Biggest Spy Center (Watch What You Say); 15. März 2012
  2. [2]heise.de: George Orwell wird von der Realität überholt; 19. März 2012
  3. [3]xato.net: Mark Burnett – Dear NSA, I Don’t Think You Meant Yottabytes vom 26. Juni 2013
  4. [4]heise.de: c’t Magazin – Holger Bleich – Globaler Abhörwahn -Wie digitale Kommunikation belauscht wird; 16/2013