Zwei wie Bonnie und Clyde

Gestern waren wir in der Komödie von Tom Müller und Sabine Misiorny „Zwei wie Bonnie und Clyde“ mit Cheryl Angelika Baulig, Oliver Grabus, Nikolas Knauf. Nach dem Lesen der Programmbeschreibung habe ich mich gefragt, wie der Inhalt auf der kleinen Bühne umgesetzt werden soll. Es geht. Mehr verrate ich nicht.

Cheryl Angelika Baulig spielt die strohdumme Chantal sehr überzeugend und schafft es niemals albern zu wirken. Oliver Grabus als Manni gelingt ausdrucksvoll nach jedem missglückten Überfall ein weitere, kontinuierliche Steigerung seines Leidens an Chantals Dummheit – von Wutausbrüchen bis zum Nervenzusammenbruch, während Chantal ihn immer wieder mir ihren großen Augen – und Cheryl Bauligs Augen sind ideal für diese Rolle – bezirzt: „Und dann wirst Du wieder böse …“

Der Abend war ein Fest für die Lachmuskeln – nicht immer nur für das Publikum. Danke für den tollen Abend.


Inszenierung: Peter Nüesch
Bühnebild: Frank Joseph
Kostüme: Sylvia Rüger
Mit: Cheryl Angelika Baulig, Oliver Grabus, Nikolas Knauf

„Der ferne Klang“ von Franz Schreker – Opernhaus Bonn

Letztes Jahr hatte ich mir überlegt, dass anspruchsvolle Kultur zur Allgemeinbildung gehört und es an der zeit war, meinen Horizont zu erweitern. Kurz: Ein Opern, Operetten und Musical-Abo musste ins Haus. Der ausschließliche Genuss seichter Unterhaltung, wie Schauspiel, Comedy oder Kabarette, schien mir – angesichts der Nähe zur Beethoven-Stadt Bonn – nicht angemessen. Wer in den höheren Sphären mitreden möchte, muss sie erleben. Nach einer modernen Inszenierung von „Hair“ und „Der ferne Klang“ weiß ich: Er muss die erleiden.

Heute waren wir für einen von drei Aufzügen in der Oper „Der ferne Klang“ von Franz Schreker. Die Aufzüge zwei und drei wollten wir – meine Frau und ich – nicht mehr ertragen. Wenn dies hohe Kultur war, lasse ich mich gerne Kulturbanause schimpfen. (Nie hätte ich damit gerechnet, dass mir etwas so sehr missfällt, dass ich in der Pause gehe.)

Die Musik unterschied sich wenig vom Stimmen der Instrumente zu Beginn; die Texte waren schwülstig; die Stimmen, besonders die weiblichen, – höflich ausgedrückt – unverständlich und für meine Ohren zu hoch. Die Betonungen erinnerten mich an die Parodie einer Oper – ich glaube, es war Otto Waalkes. Vermutlich ist es im Sinne moderner Inszenierungen, dass die Leidenschaft der Sänger nicht auf mich, das Publikum, überspringt. In der Pause stellte sich nur die Frage, wie den anderen davon überzeugen, nach Hause zu fahren. Einfache Lösung: Überzeugungsarbeit war nicht erforderlich, denn ich war nicht allein mit meiner Meinung.

Ach ja, hier die Parodie von Otto Waalkes: