Achtung Abzocke! IMR International Market Research LLC

Heute fand ich folgende Mail im Postfach. Ein verlockendes Angebot. Also schaue ich mir die Seite an, stelle fest, dass nach der Registrierung noch weitere Abfragen folgen sollen und werde etwas misstrauisch. Niemand lebt vom Drauflegen. Also schaue ich mir die Seiten Impressum und Datenschutz an. Nach einer kurzen Suche über den Firmennamen fand ich sofort eine sehr hilfreiche Warnung.

Auf der Startseite freuen sich bei mir Janina und Robert, doch das klein Gedruckte unter „Wie’s funktioniert“ hat es in sich (Hervorhebung von mir).

Für die diversen, von uns betriebenen Analysen benötigen wir laufend interessierte Teilnehmer, die Spaß daran haben, Handygeräte und Mobilfunkzubehör zu testen und zu bewerten. Eine Teilnahmeperiode beträgt immer zwölf Monate und kostet 99,- Euro. Dafür bekommen alle Teilnehmer von uns die Testobjekte ohne weitere Kosten zur Verfügung gestellt und dürfen diese nach erfolgreicher Bewertung auch behalten!. Es ist garantiert, dass Sie im Rahmen der Teilnahme mindestens ein Handygerät bekommen. Darüber hinaus werden weitere Produkte aus der Welt rund um das Handy in den Studien verwendet.

Da steht nichts mehr von iPhone und mindestens ein Handy heißt sicher höchstens ein Handy und die gibt es schon unter 99,-€.

Abzocke scheint noch zu lohnen. Googlen auch. Und vielen Dank für den Hinweis auf Belugas Abzocker Blog.

BILD dir eine Meinung: Lass die Leute anrufen

Der Duisburger Politikwissenschaftler Prof. Karl-Rudolf Korte sagte BILD.de:

„Hier wird mit unterschiedlichen Methoden gearbeitet. In Internet-Portalen bringen Nutzer per Klick ihre momentane Betroffenheit zum Ausdruck. Das ergibt nur eine Momentaufnahme und hat eine geringere Aussagekraft als eine repräsentative Umfrage. Denn die erreicht ja auch die vielen Millionen Menschen, die nicht das Internet nutzen.“ [1]

Die Umfrage von Infratest-Dimap beruht auf 1.000 befragten Wahlberechtigen Bürgern[2]. (Für Politiker, die mit Stellen vor dem Komma Probleme haben, dass sind in Worten ein Tausend. Eine Million wäre 1.000.000) Sie fand am 22. Februar statt.  Momentan kann ich die geringere Aussagekraft eines Mausklicks zu einer Ja/Nein Antwort am Telefon nicht erkennen.

August 2010 wurde die Zahl der Internetnutzer ab 14 Jahre auf  50 Millionen [3] (50.000.000) geschätzt. Internet Umfragen großer Portale umfassen meist viel mehr Nutzer als repräsentative Umfragen. Allerdings sagt Zahl der Befragten nichts über die Qualität der Prognose.

Bei der Bestellung einer Umfrage hält sich der Besteller häufig Veröffentlichung der Ergebnisse vor. Wenn das Ergebnis nicht passt … wird es nicht veröffentlicht.

Eine Telefonumfrage, bei der der „Befragte“ anrufen muss (televoting), ist sehr wenig repräsentativ, dafür extrem lukrativ, was aber nichts mit dem Ergebnis zu tun hat. Und wenn man die Richtigen informiert, dann kommt auch das passende Ergebnis heraus.

Quellen:

1. Andreas Thewal, Franz Solms-Laubach: Pro und contra Guttenberg,  www.bild.de 24.02.2011 15:44

2. Infratest-Dimap: www.infratest-dimap.de , Abruf: 24.02.2011

3. Andreas Wilkens: Studie: Fast 50 Millionen Internetnutzer in Deutschland, 13.08.2010 11:29 www.heise.de Abruf: 24.02.2011]

4. Repräsentativität: wikipedia.org