Abmahnwelle (Fortsetzung 7)

Am 4. Januar habe ich der Poststelle des Landgerichts Köln nachfolgende Fragen zu den Abmahnungen der The Archice AG / Kanzlei Urmann und Collegen (U+C) gestellt:

Wurden vom LG Köln in weiteren Verfahren (zwischen August 2013 und Dezember 2013) Auskunftserteilungen an The Archive AG oder einer anderen Firma genehmigt, die mit den obigen 89 Verfahren dahingehend vergleichbar sind, dass sich auf Streaming / Download von Erwachseneninhalten aus

  • anderen Portalen z.B. xvideos.com, xhamster.com, pornvideoxo.com
  • anderen Szenen der 10 DVD, die Otto Hausner von Jutta Schilling erworben hat,

beziehen.

Werden derzeit vergleichbare Anträge auf Auskunftserteilung genehmigt?

Am 1. April 2014 erhielt ich dann die folgende kurze Antwort (Aktenzeichen 1402 E – 77/13) mit der Bitte um Verständnis für die Bearbeitungsdauer wegen er vielen Anfragen: „Abmahnwelle (Fortsetzung 7)“ weiterlesen

Abmahnwelle (Fortsetung 6)

Ich hatte angenommen, dass die Aufregung um die Abmahnwelle und das Interesse der Medien an dem Thema in den letzten Tagen dramatisch gesunken ist, nachdem das Landgericht Köln den ersten Beschwerden stattgegeben hat. Heute fand ich ein Interview, das Kai Biermann mit dem Rechtsanwalt Daniel Sebastian per E-Mail geführt hat, auf Zeit-Online.de.

Da das Interview per E-Mail, einer asynchronen Kommunikation, geführt wurde, gehe ich davon aus, dass RA Sebastian die Fragen bewusst gelesen und seine Antworten sorgfältig formuliert niedergeschrieben hat. Auch gehe ich davon aus, dass sich Kai Biermann sehr sorgfältig vergewissert hat, dass er mit dem wirklichen RA Sebastian kommuniziert.

Ich kann mich nicht enthalten zu einigen Antworten aus dem Interview meinen Kommentar abzugeben.
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Abmahnwelle (Fortsetzung 5)

Videos des User bgale76
Videos des User bgale76

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, eine Anmerkung zur jüngsten Stellungnahme von Diehl & Partner. Grundsätzlich passt diese Erklärung in meine Vermutung über den Ablauf und das Gutachten. Leider geben sie zu zwei Punkten keine Auskunft. Der Verweis (Seite 8) auf einen fehlenden Abschnitt 5.3 wird nicht erklärt. Auch wird nicht erwähnt, ob der Test auf einem Rechner der Kanzlei stattfand oder der Rechner von itGuards Inc. gestellt wurde.

Etwas seltsam finde ich die Erklärung, dass sie nichts vom späteren Verwendungszweck gewusst oder geahnt haben. Wozu hätte dieses Gutachten, insbesondere der Test mit echten Adult Content Portalen, dienen sollen? Ein Test in einem Labor mit moralisch neutralen Videos unter kontrollierten Bedingungen wäre doch für ein Patent viel aussagekräftiger. Nicht nachgefragt? Hier ist doch klar, welcher Eindruck erweckt werden soll.

In den letzten Tagen habe ich ein paar neue Statistiken erstellt und konnte meine Zahlen über die Zugriffe auf die Videos etwas verbessern. „Abmahnwelle (Fortsetzung 5)“ weiterlesen

Abmahnwelle (Fortsetzung 4)

Gestern ist eine anonymisierte Abhilfeentscheidung zur einer Beschwerde gegen einen Beschluss des Landgerichtes Köln zu den Abmahnungen wegen Redtube-Porno veröffentlicht worden.

Interessant an der Abhilfeentscheidung ist, dass auf §44a UrHG Vorübergehende Verviefältigungshandlungen abgehoben wird und nicht auf §53 UrHG Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch. Auch wird die Frage der Rechtekette nicht betrachtet.
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Abmahnwelle (Fortsetzung 3)

Seit einigen Tagen ist das Gutachten zur Software GLADII 1.1.3 auf abmahnung-medienrecht.de veröffentlicht. Klemens Kowalski hat sich in zwei Beiträgen vom 14. und 23. Januar ausführlich mit dem Gutachten beschäftigt, wobei der zweite Artikel ein Update zum ersten Artikel darstellt. Die Artikel sind durchaus lesenswert, aber viele Annahmen und Schlussfolgerungen sind mir zu emotional motiviert.

Deshalb möchte ich die wenigen Informationen, die das Gutachten enthält, in die bisherigen Annahmen zur Funktionsweise der Überwachung einbringen. Die Frage Wie kann man ein Portal überwachen habe ich bereits in einem Artikel ausführlich erörtert. Die dort aufgezeigten Alternativen möchte anhand des Gutachtens auf den Fall der RedTube Abmahnungen anwenden und bewerten.

Der Gutachter

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Abmahnwelle (Fortsetzung 2)

Grafik mit den geschätzten Zugriffen
Die Grafik zeigt die von SimilarWeb geschätzten Zugriffe über die „Server“ nummer.retdube.net in der 29. bis 33 Kalenderwoche 2013. Außerhalb des Zeitraumes wurde keine Zugriffe registriert.

Es wurde eine weitere Szene (Redtube 328524) gefunden, die möglicherweise von retdube.net auf redtube.com weitergeleitet wurde. SimilarWeb registrierte für den Server 328524.retdube.net in der 32. und 33. Kw 2013 etwa 3.500 Besuche. Ich habe daher meine Listen erweitert und die Grafik aufdatiert. Diese Szene wurde auch bei RedTube gelöscht. Leider hat archive.org keine Snapshot der Szene.
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Umleitung von RetDube nach RedTube

Wie die RetDube Falle funktioniert haben könnte.
Wie die RetDube Falle funktioniert haben könnte.

Über Feiertage ist es mit Nachrichten zu den Massenabmahnungen der Kanzlei Urmann und Collegen ruhiger geworden. Wenig Neues – viel Spekulation über Altes. Nachdem viel über den Kauf von Klicks bei Trafficholder und die Software GLADII 1.1.3 spekuliert wurde, sowie die Frage, ob auf retdube.net eine Seite gefälscht oder auf die Originalseite zugegriffen wurde, kontrovers diskutiert wurde, habe ich mich gefragt, wie aufwändig die Variante mit der einfachen Umleitung wäre und sie teilweise nachgebaut.

(Ich hatte schon geschrieben, dass Miriams Adventures auf mehreren DVD gepresst wurde. Dazu habe ich mir noch einen kleinen Bonmot am Schuss.)

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Wie kann man ein Portal überwachen?

Ansicht der RedTube Seite mit aktiven NoScript Plugin
Ansicht der RedTube Seite mit aktiven NoScript Plugin

Im Falle der jetzigen Abmahnwelle und der angekündigten weiteren Abmahnungen stellt sich die Frage, wie kann der Abmahnende im Falle des Download oder Streaming eines Videos von einem Web-Server an die IP-Adressen der Nutzer, die sich die Videos ansehen, gelangen, wenn der Betreiber des Portals diese nicht bereitstellt. (Dazu, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Streaming und Download gibt, komme ich später.)

Gegenüber RA Christian Solmecke deutete RA Thomas Urmann an, dass Redtube nicht die einzige Plattform ist, die überwacht werden kann.[1]

Die Formulierung, dass die Portale „überwacht“ werden können, finde ich sehr interessant. Dies würde bedeuten, dass jemand alle oder zumindest sehr viele Zugriffe (zum Beispiel alle Zugriffe aus Deutschland) auf das Portal beobachtet und prüft.

An einem Video-Download oder -Streaming von einem Web-Server zu einem Web-Client sind nur diese beiden und die Router oder Proxy-Server auf dem Weg zwischen den beiden Rechnern beteiligt. Für eine Überwachung müsste sich der Überwacher, als Dritter im Bunde, in diese Verbindung einhängen. Dies geht nur an wenigen Stellen.

Eine derartige Überwachung könnte an folgenden Orten stattfinden:

  1. Auf den Servern von RedTube
  2. Auf einem Router zwischen Nutzer und den RedTube Servern
  3. Auf einem Proxy-Server zwischen Nutzer und den RedTube Servern
  4. Auf dem Rechner des Nutzers
  5. Im Video durch eingebetteten Code
  6. In der RedTube Seite durch eingebettete Objekte (Werbung)
  7. Durch umgeleitete Zugriffe / Routen

Jede dieser Möglichkeiten wollen wir nun untersuchen.

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  1. [1] Quelle: wbs-law.de

Urheberrechtsverstoß mit unsichtbaren iframe tranen

Vergangene Woche schlug die Abmahnwelle der The Archive AG hohe Wellen und füllte die Lücke bis zur Abstimmung der SPD über die GroKo. Aufgrund der geschätzten 10.000 bis 20.000 Abmahnungen berichtete nicht nur die IT-Fachpresse über die Einzelheiten der Abmahnung. Schnell wurden Berichte der Nutzer über auffälligen Einträge in ihren Log-Dateien und eines auffälligen, sprunghaften Anstiegs der Zugriffszahlen auf die Videos just mit dem Beginn der Überwachung bekannt. Daher ist der Verdacht nicht unbegründet, dass jemand die Nutzer über gekaufte Zugriffe gezielt von anderen Seiten auf diese Videos gelenkt hat.

Die Herkunft der IP-Adressen ist immer noch nicht bekannt. Außer einer Zusammenfassung der Pressestelle den LG Köln, die mehr Fragen offen lässt als sie beantwortet, habe ich noch nichts Konkretes über das Gutachten über die Software GLADII 1.1.3 gefunden.

Inzwischen prüft die Staatsanwaltschaft Köln, ob sie ein Ermittlungsverfahren wegen der vor dem Landgericht Köln abgegebenen eidesstattlichen Versicherungen gegen unbekannt einleitet. [1] Hier frage ich mich: Wieso hat das Landgericht die eidesstattlichen Versicherungen eines, einer oder mehrerer Unbekannter verwendet?

Mir kam heute folgende Frage: Wenn jemand die Nutzer arglistig auf die Seiten bei RedTube lenkt, kann er verhindern, dass der Nutzer bemerkt, dass er ein Video abspielt?

Oder:

Haben die Nutzer die Filme wirklich angesehen?

„Urheberrechtsverstoß mit unsichtbaren iframe tranen“ weiterlesen

  1. [1]Quelle: itespresso.de / Peter Marwan: (Update) Streaming-Abmahnungen: Staatsanwaltschaft Köln prüft Ermittlungsverfahren (17. Dezember 2013)