LinkedIn

Immer wieder schreiben mich nette Damen per E-Mail über LinkedIn an, um mit mir Kontakt aufzunehmen. Nur blöde, dass die Mails als SPAM erkannt werden. Worin der Sinn dieser Versuche besteht, war mir bisher nicht ganz einsichtig. Der Aufbau der Mail ist recht trivial. Der Kern besteht aus einem angeblichen Link, der oft folgende Form hat:
<a href=“http://excample.com/~abcd/abcd.html“>http://www.linkedin.com/nus-trk?trkact=viewMemberProfile&pk=member-home&poster=123456789</a>

Anmerkung: Nur was hinter href steht bestimmt, wohin die Reise geht. Was in der Seite angezeigt wird, ist Einerlei.

In einigen Fällen gab es die Datei hinter dem Link. Eine war nur 156 Byte groß und enthielt eine schlichte Umleitung auf eine weitere Seite. Der hier hinter stehende Server war zwar vorhanden, lieferte aber auch nach geraumer Zeit keine Antwort. Im zweiten Fall war die Umleitung etwas aufwändiger (ein paar Zeilen mehr) und es ging direkt um den Kauf von Viagra. Wer JavaScript aktiviert hat, der kommt in den Genuss der automatischen Umleitung und sieht diese Seite nicht. Für diejenigen mit deaktiviertem JavaScript gibt es einen Link zum Weiterkommen. 😉

Die Domain war in Russland registriert, aber es gab keine IP-Adresse mehr zum Namen. Mädels, so wird das nichts mit uns. (Ein WHOIS Eintrag muss nicht unbedingt stimmen.)

Die IP-Adresse von gofrisso.com wechselte während der Prüfung von 31.210.120.75 auf 91.226.78.139 und wieder zurück. Eine Analyse bei McAfee zeigt, dass diese Adresse nicht unbekannt ist. Ein Verweis auf Spamtrackers führt zu einer umfangreichen, wenn auch nicht ganz neuen Analyse.

Genug für heute! Wer mehr wissen will, lese bei SpamTrackers weiter.

Ach ja: Wer bei diesen Apotheken bestellt, sollte sich nicht wundern, wenn er nichts geliefert bekommt oder nur Placebos erhält.

Ich hau dir auch einmal ein blaues Auge

Als Norddeutscher in der Diaspora mit Sprach- und Integrationsschwierigkeiten hat man es nicht leicht. Nach einem kleinen Gefallen sagte jemand zu meiner Frau: „Ich hau dir auch einmal ein blaues Auge!“
Auf die Entschuldigung meiner Frau, die sich eigentlich keiner Schuld bewusst war, erfolgte die Erklärung. Wie gut, wenn man miteinander redet. Diese Rheinische? Redensart soll einen Dank ausdrücken. Ein Norddeutscher würde sagen: „Du hast etwas gut bei mir.“ Wie gut, dass sie drüber geredet haben.

Eine Umfrage unter heimischen Arbeitskollegen ergab ein uneinheitliches Bild: Einige kannten den Ausdruck, andere nicht. Irgendwie mutet der Ausdruck für eine Dank seltsam an. Bei der Suche im Internet fand ich den Ausdruck „Ich werfe dir auch mal einen Stein in den Garten.“ Dieses Sprichwort scheint sowohl positiv als auch negativ verwendet zu werden. Zur positiven Verwendung fiel mir der Begriff steinreich ein. Steinreich ist (im Norddeutschen) jemand gewesen, der sich – in einer Gegend mit wenig Steinen – ein Haus aus Stein bauen konnte, oder viele Edelsteinen besaß. In einer Gegend mit vielen Steinen dürfte es für einen Bauern kein Segen gewesen sein, ein steinreiches Feld zu haben.

Die Frage warum der böse Wunsch nach „Hals- und Beinbruch“ oder „Mast -und Schotbruch“ ein Glückwunsch ist, war mittels Wikipedia schnell geklärt: Es ist möglicherweise – wie „Guten Rutsch“ – eine Verballhornung des jiddischen „hatslokhe u brokhe (Erfolg (Glück) und Segen)“.