Bundespräsident Wulff im Interview

Ich hab mir das Interview mit unserem Bundespräsidenten angesehen. Ich finde, er hat seine Sache den Umständen entsprechend gut gemacht. Mehr ist bei all dem nicht drin.

Ich kann mich nicht enthalten, auch ein paar unmaßgebliche Anmerkungen zu dem Thema in den los zu werden.

Bei uns zahlen Freunde auch nicht für die Übernachtung und ich würde auch keine Rechnung stellen. Ein Angebot etwas zu zahlen würde ich als Beleidigung empfinden. Da scheint mir Frau Schausten eine seltsame Ausnahme.

Man muss für einen Kredit zum Hauserwerb keine Hypothek auf ein Haus aufnehmen, wenn genügend Werte in anderer Weise vorhanden sind. Bei zwei belastungsfreien Immobilien kann man nicht von einer 100% Finanzierung reden, wie einige Übereifrige es gern vorrechnen, sondern nur von 33%. Nun sollen Herr und Frau Wulff als Ministerpräsident ein privates Darlehen von Freunden bekommen haben. Der Zinssatz soll 4% betragen haben. Gut oder schlecht und für wen? Ein Finanzexperte rechnet vor, dass Herr Wulff bei einer Finanzierung über eine Bank zwischen 5 und 6,5% hätte zahlen müssen. Er rechnet leider nicht vor, wie viel oder wenig Zinsen Herr oder Frau Geerken von ihrer Bank bekommen hätten. (Wer dem Präsidenten vorwirft, dass er eine Frage nicht vollständig beantwortet hat, sollte hier nicht auch nur die halbe Antwort geben). Von 20.000 € bis 150.000€ Vorteil spekulieren und überbieten sich die Finanzexperten ohne über die Vermögensverhältnisse genau Bescheid zu wissen. Bei einem Jahresgehalt eines MP oder Präsidenten sind 500.000€ nicht sonderlich viel. Bei der Bewertung des Vorteiles kann muss man eher den niedrigsten Zinssatz zu Grunde legen. Der Privatkredit geht mit 4% meines Erachtens in Ordnung. Beide Seiten hatten ihren Vorteil. Wo die goldene Mitte liegt oder der reiche, väterliche Freund auf etwas Geld verzichtet hat, ist schwer zu bestimmen.

Das Wulff auf die Anfrage in Niedersachsen wahrheitsgemäß geantwortet hat, steht wohl außer Frage. Man zeige mir den Politiker, der die Frage anders beantwortet hätte. Bitte mit analogem Beispiel. Es gibt da ein Gesetz: Fragen werden richtig und präzise beantwortet, nicht weniger und niemals mehr. Was nicht gefragt wurde, wird auch nicht beantwortet.

Der Kredit der BW-Bank ist trotz der Sicherheiten sehr günstig. Die BW-Bank wird sich sicher noch zu ihren Kreditvergaben äußern. Aber da stehen ja noch viele Antworten aus.

Einen Vergleich mit dem Lügenbaron – halt, der hieß Münchhausen, den möchte ich nicht beleidigen. Also ein Vergleich mit dem bekannten Freiherrn der Neuzeit finde ich fehl am Platze. Mit dem schönen Sprichwort „Wer einmal lügt dem glaubt man nicht“ wird Herr Wulff leben müssen.

Warten wir die Antworten auf die vielen Fragen ab. Und dann zurück zum Alltag. Wir haben keinen Heiligen zum Präsidenten gewählt und werden auch künftig keinen Heiligen bekommen.

Für alle (Politiker), die jetzt auf dem hohen Ross sitzen und wenig Verständnis zeigen oder zeigen wollen: Man trifft sich immer zweimal.

3 Gedanken zu „Bundespräsident Wulff im Interview“

  1. Langsam ist es wirklich unverschämt, was uns als Wähler und Steuerzahler zugemutet wird. Selbst, wenn der Wulff jetzt zurücktritt, bekommt er immer noch 200.000 Euro im Jahr, bis er tot ist. Wofür denn bitte? Ich muß jeden Cent umdrehen und die Herren Politiker lassen es krachen, auf unsere Kosten. Wenn wir es nicht schon geahnt haben, einen Bundespräsidenten braucht Deutschland wirklich nicht. Zumindest nicht so einen.

    1. Pauschalierungen wie „Die Politiker“ mag ich nicht.

      Der Bundespräsident hat in der Verfassung eine herausgehobene Stellung, aber keine wirkliche Entscheidungskompetenz erhalten. Er ist nur der mit dem dicken Füller, der Gesetze ausfertigt, Minister auf Vorschlag ernennt und entlässt, ggf. den Bundestag auflöst, sowie internationale Verträge unterschreibt. Wenn er es nicht delegiert hat. Rein sachlich brauchen wir keinen BP. Die Aufgabe könnte der Bundestagspräsident auch mit machen.

      Die Wirkungen, die man sich darüber hinaus von ihm erhofft, beruht nur auf seiner Persönlichkeit und sein Wort. Das Parteien ist davon haben leiten lassen, wüsste ich nicht. Ein verbindliches Machtwort in politischen Streitigkeiten steht im nicht zu. Die Richtlinien bestimmt der Kanzler oder die Kanzlerin.

      Verglichen mit den Gehältern von Bild-Vorstandsmitgliedern, Fußballern, Finanzberater, Fondsmanager und Spitzenmanagern und ihren Abfindungen, liegt das Jahresgehalt eines Bundespräsidenten (~200.000€) deutlich näher an der „Armutsgrenze“.

      Da lassen es andere Leute es richtig krachen. Z.B. Herr Kai Diekmann lässt sich bei Bild nicht mit diesem Peanuts abspeisen. Siehe dazu Gott auf dem Gänsemarkt Vier Vorstandsmitglieder bei Bild erhielten nach dem Artikel 2007 etwa 10 Millionen. Für Herrn Diekmann werden es also um und bei zwei Millionen sein, zwar nicht von Steuergeldern, aber vom Heftpreis bezahlt. Wo ist da der große Unterschied?

      Welche Spitzenleute der Wirtschaft hat es in diesem Land je in die Politik gezogen? Verzicht auf 90% des Gehaltes um Präsident. Minister oder Kanzler zu werden? Leistung will bezahlt werden und zu dem Preis scheint es nichts besseres zu geben, als die vierte oder fünfte Garnitur.

      Bevor ich über die Rente eines Bundespräsidenten nachdenke, würde ich lieber dort anfangen, wo wirklich etwas zu holen ist. Den Vorstand der Bild brauchen wir nur mit 2% mehr Einkommenssteuer belasten und wir können uns einen weiteren Präsidenten leisten.

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