Binäre Optionen

Im Zuge der Untersuchungen, ob es sich bei HaJo Erzbach um eine reale Person oder einen Fake handelt und – wenn es ein Fake ist – woher die Fotos stammen, habe ich mir auch einen der empfohlenen Broker, AnyOption™, und dessen Seite angeschaut. Toll, wie einfach ein Ertrag zwischen 65 bis 71% erzielt werden kann!

Wo ein Käufer ist, muss auch ein Verkäufer sein. Binäre Optionen wachsen nicht auf Bäumen. Wo ein Gewinner 71% gewinnt, da hat entweder jemand 71% verloren, oder es gibt viele kleine Verlierer! Es muss mindestens einen Verlierer geben. Wenn ich dauerhaft der Gewinner sein soll, wer ist dann dauerhaft der Verlierer? Welcher Trottel erklärt sich freiwillig bereit, fortlaufend viel Geld an andere – mich – zu verlieren? Gehen wir der Sache auf den Grund.

Wo kommen also diese hohen Gewinne her? Gibt es sie überhaupt?

Ausflug: Was sind eigentlich Binäre Optionen?

Eine Option bezeichnet in der Wirtschaft ein Recht, eine bestimmte Sache zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.[1] Eine binäre Option (auch: digitale Option) ist ein Finanzderivat, das von den Optionen abgeleitet ist und zählt zu den exotischen Optionen. Bei binären Optionen können nur zwei Szenarien eintreten: Tritt ein zuvor definiertes Ereignis ein, erhält der Käufer einen festgelegten Betrag ausgeschüttet. Andernfalls verfällt die Option wertlos.[2]

Die Regeln sind demnach ganz einfach: Hopp oder Topp! Alles oder nichts! Ich muss nur vorhersagen können, ob ein Ereignis eintritt. Nichts ist leichter, wenn man sich die Videos bei YouTube dazu anschaut und den Behauptungen darin glaubt. Aber dazu später.

In sofern gleichen die Binären Optionen einem Roulette-Spiel und dem Setzen auf Schwarz oder Rot – nur die Wahrscheinlichkeiten für Steigen oder Fallen betragen nicht 18/37 und sind allen Beteiligten mehr oder weniger (un-)bekannt.

Weiterentwicklung der Optionen zu Binären Optionen

Optionen sind ein sehr komplexes Gebilde. Der Aufwand, der betrieben wird um den Wert einer Option zu berechnen, erfordert nicht alltägliche mathematische Kenntnisse. Was liegt in einer digitalen Welt näher, als Optionen zu vereinfachen und den Wert einer Option auf zwei Beträge zu verringern – alles oder nichts? Wenn der Wert einer Option nicht mehr zwischen 0 und unendlich schwankt, dann wird die Bewertung deutlich einfacher. Binäre Optionen abstrahieren noch einen Schritt weiter und entfernen sich vom zugrunde liegenden Wert, denn die Möglichkeit den zugrunde liegenden Wert – die Aktien oder die Devisen – zum vereinbarten Preis zu kaufen, gibt es nicht. Zwar werden normale Optionen meist durch einen finanziellen Ausgleich am Ende glatt gestellt, will ich jedoch ein Unternehmen übernehmen, dann muss ich mir die Aktien auch liefern lassen. Grundsätzlich könnte ich auch auf eine Lieferung bestehen, wenn es für mich nachteilig wäre. D.h. wenn ich die Aktien oder den Wert an der Börse billiger bekommen könnte. Wurden die Optionen „leer“ verkauft, d.h. der Verkäufer hatte den zugrunde liegenden Wert nicht, dann muss er ihn mir beschaffen. Wie die Übernahmeschlacht Porsche gegen VW zeigt, können solche Geschäfte arg ins Auge gehen. Porsche hatte statt Aktien Optionen auf VW-Aktien gekauft und wollte diese auch einlösen. Pech für die Verkäufer der Optionen, die damit nicht gerechnet hatten. Als Porsche die Aktien haben wollte, mussten die Options- oder Leerverkäufer erhebliche Beträge hinlegen, um die wenigen freien Aktien zu kaufen. Porsche saß auf dem Rest und dachte gar nicht daran zu verkaufen. Aber darum geht es hier nicht.

Binäre Optionen sind sehr junges Finanzprodukt und erst wenigen Jahre verfügbar. Ich halte den Begriff Option in diesem Fall für nicht ganz treffend, weil der Käufer kein Recht erwirbt etwas zu einen späteren Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Er erhält nur einen festgelegten Betrag, wenn ein Ereignis eintritt. Damit sind Binäre Optionen reine Wetten oder Spekulationen. Interesse an dem der Option zugrunde liegenden Wert besteht bei Binären Optionen nicht mehr. Es geht nur darum, einen bestimmten Betrag zu bekommen oder nicht. Verlassen wir diesen Nebenkriegsschauplatz, bevor wir ihn richtig betreten haben. Binäre Optionen sind reine Wetten auf Kursentwicklungen.

An Statistik und Mathematik geht kein Weg vorbei

Um Optionen finanz-mathematisch in den Griff zu bekommen, werden die Kurse als – normal verteilte[3] – Zufallsereignisse betrachtet, was sie in gewissen Grenzen sind, und die Kurse der Vergangenheit allen erdenklichen statistischen Tests unterzogen. Dies wollen wir hier nicht versuchen. Etwas Dreisatz, Zinsrechnung und einfache Erwartungswertbetrachtungen reichen für meine Betrachtungen.

Schauen wir uns die Optionen bei AnyOption näher an

Zurück zu AnyOption und Konsorten. Was verspricht die Homepage?

Bis zu 71% Ertrag in einer Investition*.

Und das Sternchen? Leute, immer brav das Kleingedruckte lesen!

* Risikowarnung: Der Handel mit Optionen birgt hohe Risiken. Sie können 65-71% mit in-the-money-Optionen machen oder 85 % mit dem out-of-the-money-Handel verlieren.

Ach so, verlieren kann ich auch – sogar mit hohem Risiko. Der Ertrag kann also entweder -85% (Verlust) oder zwischen +65% und +71% (Gewinn) liegen.[4]

Wie geht dies nun praktisch? Ich setze z.B. 100€ auf das Steigen eines Wertes (Call) über einen Basispreis zu einem späteren Verfallszeitpunkt – in ein paar Tagen, Stunden, Minuten oder auch Sekunden. Liegt der Preis zum Verfallszeitpunkt über dem Basispreis, dann erhalte ich zwischen 165€ und 171€ zurück. Liegt der Wert drunter, dann bekomme ich großzügiger Weise als Verlustgarantie eine Rückerstattung von 15€. Gleiches gilt, wenn ich auf Fallen des Wertes setze (Put).

Die Verlustgarantie

Mit der Rückerstattung oder Verlustgarantie weicht AnyOption das Grundprinzip der Binären Optionen, wertlos zu verfallen, auf. Auch wenn der Basiswert sich in die falsche Richtung bewegt, erhält der Käufer 15% seines Einsatzes zurück. Diese Verlustgarantie – was für ein treffender Name – ist meines Erachten Augenwischerei pur, denn es hätte gereicht, wenn ich 85€ angelegt hätte und statt dessen der Ertrag 94 – 101% betragen würde. [5]

Sind 71% Gewinn oder 85% Verlust eigentlich hoch?

Schauen wir uns das Roulette-Spiel an. Eine einfache Chance wie Rot oder Schwarz bietet 100%, eine doppelte Chance 200% und eine einfache Zahl sogar 3.500% Gewinn. Dafür gewinnt eine einfache Chance auch nur in der Wahrscheinlichkeit 18/37 = 48,6%. Der Gewinn bei den Binary Options gleicht annähernd einfachen Chancen beim Roulette. Bei Roulette-Systemen hatten wir gesehen, dass auf Dauer die Bank 2,7% der Einsätze auf mehrfache und 1,35% auf einfache Chancen gewinnt. Nicht viel, ein Tropfen auf den heißen Stein! Aber: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Die Höhe des möglichen Ertrages ist nichtssagend

Ohne die Wahrscheinlichkeit mit der ein Wert steigt oder fällt, sagt ein maximaler Ertrag von 71% also sehr wenig aus, wenn ihm ein möglicher Verlust von 85% gegenüber steht.

Nun kann ich mich nicht entscheiden uns setzte einfach – wie beim Roulette auf Rot und Schwarz – auf Steigen und Fallen gleichzeitig. Also 50€ auf Steigen (Call-Option) und 50€ auf Fallen (Put-Option) – in Summe 100€. Der Kurs steigt und ich erhalte 85,50 € für die Call-Option sowie 7,50€ als Verlustgarantie für die Put-Option zurück erstattet – zusammen 93€. Fällt der Wert, dann erhalte ich 85,50 € für die Put-Option sowie 7,50€ als Verlustgarantie für die Call-Option zurück erstattet – zusammen 93€. Upps, egal was passiert, ich erhalte 93€. Moment! Ich hatte 100€ angelegt. Wieso fehlen 7€ oder 7%? Dies scheinen die Transaktionskosten zu sein, die AnyOption oder der Verkäufer kassiert. Wäre die Auszahlung nur 65% wäre die Bilanz nochmals 3€ schlechter für mich.

Diese Transaktionskosten können wir auch auf andere Weise erhalten. Ob 71% Gewinn hoch sind oder nicht entscheidet sich an der Wahrscheinlichkeit, mit der wir Fallen oder Steigen vorhersehen können. Bei 100€ Einsatz und einer 50:50 Chance wäre unser Erwartungswert mit 71€ * 0,5 – 85€ * 0,5 = -7€.

Um also die Transaktionskosten zu erwirtschaften, müssen wir also mit größerer Treffsicherheit als 50% die Kursentwicklung vorhersagen. Dazu soll angeblich eine kurze Trendanalyse in Realtime-Charts reichen. Zwei drei Linien gezogen und schon wissen wir Bescheid.

Fasst man das Steigen oder Fallen als ein Zufallsereignis auf, kann man dem Steigen oder Fallen eines Wertes eine – unbekannte – Wahrscheinlichkeit p zumessen.
Ein faires Geschäft wäre dann gegeben, wenn der Erwartungswert E für beide Seiten 0€ beträgt. Dann wird es auf Dauer mit einer Rendite jedoch schwierig.

Lassen wir vorläufig die Frage außer acht, wie die Wahrscheinlichkeit p bestimmt werden kann, sondern nehmen wir an, unser Handel wäre fair, der Erwartungswert E betrage 0€. Dann können wir die Wahrscheinlichkeit mit der ein Wert steigen (oder fallen) muss wie folgt bestimmen. Der Ertrag der Binären Option sei dabei e.

E = e * p – 0,85 * (1-p) = 0
e * p – 0,85 * (1-p) = 0
p = 0,85 / (e + 0,85)

Aus dieser Formel ergibt sich, dass im Falle einer Call-Option mit dem Ertrag e = 71%, der Wert mit einer Wahrscheinlichkeit p ~ 54,5% über den Basiswert steigen muss. Sinkt der Ertrag auf 65%, muss der Wert mit einer Wahrscheinlichkeit p ~ 56,7% steigen. Gleiches gilt analog für eine Put-Option. Diese Werte sind doch sehr nah an der 50:50 Chance.

Wie bereits zu Anfang festgestellt, muss es zu jedem Anleger, der eine Call-Option kaufen will, einen Verkäufer geben, der eine Call-Option anbietet. Der Verkäufer will Gewinn machen und hofft, dass der Basiswert nicht überschritten wird. Im Interesse des Verkäufers liegt es, nur 15€ Verlustgarantie zurück zahlen zu müssen und 85€ als Gewinn einzubehalten.

Wenn es für mich ganz einfach ist anhand eines Charts vorherzusagen, ob ein Wert steigen oder fallen wird, dann kann auch der Verkäufer dies ebenfalls vorhersagen. Wenn der Wert mit großer Sicherheit steigt, dann wäre der Verkäufer mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er mir eine Call-Option anbieten würde. Sie würden mir ja auch keine Wette anbieten, wenn Sie vorher wissen, dass Sie die Wette verlieren.

Wir können daher davon ausgehen, dass der Anbieter einer Call-Option ein mathematische Modell für die Kursentwicklung des Wertes verwendet, dass ihm sagt, dein Erwartungswert ist positiv. Gängig ist zum Beispiel das Black-Scholes-Model. Egal welche Informationen oder Methoden der Verkäufer verwendet, sie werden ihm gesagt haben: Die Wahrscheinlichkeit für Steigen ist deutlich kleiner als 54,5%, suche einen Trottel, der einen Call mit dem Ertrag 71% haben will. Die Erläuterungen in den Videos erwähnen, dass es passieren kann, dass es zu einigen Werten keine Call oder Put Option gibt. Warum wohl? Weil es keinen Trottel gibt, der eine Binäre Option verkauft, wenn sie ihm Verlust beschert.

Wenn ich das gleiche Modell wie der Verkäufer anwende, lautet die Aussage: Lass die Finger weg!

Um mit Binären Optionen einen Gewinn zu machen, bräuchte ich ein besseres Modell, dass mir sagt, die Wahrscheinlichkeit für Steigen ist deutlich über 54,5%. Suche einen Trottel, der einen Call mit Ertrag 71% anbietet. Ist die Wahrscheinlichkeit größer als 56,7%, dann reicht auch ein Trottel, der nur 65% Ertrag anbietet.

Nehmen wir an, mein Modell sagt mir ein Steigen mit einer Wahrscheinlichkeit 60% richtig vorher, dann beträgt mein Erwartungswert E = e * 0,6 – 0,85 (1-0,6) = 0,6 * e – 0,34. Für e = 65% gilt: E = 0,39 – 0,34 = 0,05 oder 5%. Für e = 71% ergibt sich ein Erwartungswert von 8,6%. Im Schnitt würde ich also mit jedem Handel zwischen 5% und 8,6% verdienen. Kann ich die Genauigkeit auf 75% steigern, dann ergibt sich ein Erwartungswert für den Ertrag pro Handel zwischen 27,5% und 32%.

Wer glaubt, mit einfachem Blick auf einen Chart einen Trend besser prognostizieren zu können als umfangreiche, professionelle statistische Analysen, der soll meinetwegen mit Binären Optionen handeln.

Aber es berichten doch Leute über ganz hohe Gewinne

Ja, unser Azubi zum Beispiel. Der ist jedoch so hässlich, dass er ein Stock-Foto für die Web-Seite der-masterplan.org genommen hat.

Und die Videos? Wenn es wirklich Leute sind, die Gewinn gemacht haben, dann müssen wir bedenken, dass viele Spieler auch einige Gewinner produzieren.
Es ist wie beim Lotto Spielen: Meist haben jede Woche mehrere sechs Richtige. Sie wissen vorher nur nicht wer.

Nehmen sie 1024 Leute, die jeder auf 10 verschiedene Binären Optionen Call oder Put setzen, dann finden sich einige, die acht Mal oder öfter richtig lagen. Aufgrund der hohen Zahl hilft hier auch die Pi mal Daumen Trendanalyse. Sie können aber auch 1024 Affen eine Münze werfen lassen, Kopf oder Adler. Auch hier wird es einige unheimlich erfolgreiche Affen geben.

Trendanalysen

Ein Wort noch zu den in den Videos gezeigten kinderleichten Trendanalysen.

Haben Sie sich ein Kursdiagramm oder Chart schon mal angesehen? Die y-Achse beginnt nie bei null. Der Kurs verläuft an einem Tag in der Regel in einem engen Korridor von wenigen Prozent. Die unteren 98% sind uninteressant. Nachteil ist, dass kleine Ausschläge im Wert übertrieben dargestellt werden. So scheint es, als ob der Kurs sich steil nach oben oder unten bewegen würde, dabei sind die relativen Änderungen nur gering. Was wie eine eindeutige Tendenz nach unten oder oben aussieht ist in Wirklichkeit nicht so eindeutig. Das Interpolieren der Kursentwicklung aus der Vergangenheit Pi mal Daumen hat sicher eine gewisse Trefferquote, kommt aber gegen einen statistischen Test nicht an. Darüber hinaus gibt es auch Trendumkehrungen, die sich nicht ohne zusätzliche Annahmen aus Werten der Vergangenheit vorhersagen lassen. Dazu werden fundamentale Fakten benötigt.

Fazit

Richtig hohen Gewinn kann man mit Binären Optionen machen, wenn man als Anbieter genügend Dumme findet, die Geld mitbringen und glauben, sie könnten mit einen kurzen Blick auf einen Chart Trends sicher erkennen. Um professionelle Verkäufer von Binären Optionen zu schlagen, müssen sie schon ein gute Nase oder ein sehr gutes Modell haben. Das schnelle Geld wird sich nicht einstellen.

Genug für heute.

Update 7.1.2013

Unter Gegen die ‚Wallstreet Trick‘ Abzocker: Die miesen Machenschaften von Wallstreet Trick findet sich in Frankys Kommentar eine kleine Statistik über 41 Trades, die – bei aller Vorsicht mit kleinen Zahlen – die obigen Betrachtungen bestätigt.

Update Ende

  1. [1]Aus WikiPedia: Option (Wirtschaft); abgerufen 11.August 2012
  2. [2]Aus WikiPedia: Binäre Option; abgerufen am 11. August 2012
  3. [3]Die Gaussche Normalverteilung erfreut sich als Annäherung großer Beliebtheit, auch wenn die Voraussetzungen nicht zutreffen sollten.
  4. [4]Dies sind die Werte, mit denen AnyOption arbeitet. Andere Quoten sind natürlich möglich und nicht jeder Anbieter arbeitet mit dem Trostpflaster einer garantierten Rückzahlung in Höhe von 15%.
  5. [5]Bei Optionen, bei denen über die Laufzeit noch ein risikolos erzielbarer Zinssatz für die Bewertung eine Rolle spielt, ist es jedoch ein Unterschied, ob ich am Ende 15% erstattet bekomme, oder am Anfang diese 15% nicht bezahle. Bei Optionen, die innerhalb eines Tages fällig werden, spielt ein risikolos erzielbarer Zins jedoch nur eine vernachlässigbare Rolle. Bei einem Zins von 1% müsste ich 360€ anlegen um an einem Tag einen Cent Zinsen zu bekommen. Verglichen mit 71% Gewinn (255,60€) oder 85% Verlust (306€) in einer 360€ Investition über wenige Stunden ist dieser Cent vernachlässigbar.

19 Gedanken zu „Binäre Optionen“

  1. Danke für die kurzweiligen Berechnungen. Sehr schön aufgedröselt. Allerdings glaube ich nicht an den vorausgesetzten fairen Handel. – Warum auch? Ich halte diese Geschichten für glatten Betrug und weiter gar nichts.

    1) Die vorgeblichen Gewinnwahrscheinlichkeiten entziehen sich jeder Kontrolle. Die einzig garantiert nachvollziehbare Aussage der Betrüger ist: „Schick‘ mir Geld!“ – Das war’s.

    2) Gesetzt den Fall, ein superintelligenter Wohltäter der Menschheit wüsste tatsächlich den sicheren Weg zum Reichtum ohne Arbeit (und ohne Grips, wie der minderjährige Azubi wohl darstellen soll): Der wäre jetzt selber stinkreich; und er hätte es nicht mehr nötig, seine Mitmenschen anzubaggern.

    3) Aus selbigem Grund sehe ich den Nutzen selbst ehrlicher (ohne Anführungszeichen!) Anlageberater eher kritisch. Und an den Super-Bomben-Geheimtrick glaube ich schon gar nicht.

    Damit bin ich selbst zwar nicht superreich geworden, aber ich komme ganz gut zurecht. – Ergo: der mehrfach zitierte Maurer-Azubi kann auch ohne Wahrschlichkeitsrechnung merken, dass man diesen Gangstern nich auf den Leim gehen sollte.

    1. Den Nutzen der Anlageberater sehe ich auch nicht. Selbst informieren ist meine Devise. Ein Anlageberater möchte nur mein Bestes aus meiern Tasche in seien Tasche.

      Mit meiner Strategie kaufen und liegen lassen bin ich bisher nicht schlecht gefahren. Die Rendite zwar nicht umwerfend, aber im Durchschnitt ganz gut. Und: Ich werde damit nicht arm.

  2. Aber wie die Börse funktioniert, der Forex-Handel, der Handel mit Derivaten (auch exotischen, wie den Binary Options), haben Sie schon verstanden, oder?
    Ich lese immer wieder so viel Mist auf Blogs oder in Foren, dass es mir einfach nur graut…
    Ich bin Profi-Trader und verdiene mein Geld u.a. auch mit Binary Options.
    Sicherlich lockt der BO-Handel auch unseriöse Leute an, die auf die Schnelle eine „Broker-Firma“ aus dem Boden stampfen. Aber deshalb sind nicht gleich alle Mist…
    PS. Es gibt auch BO-Broker, die staatlich reguliert sind………

  3. Mir geht es um die exotischen Gewinnversprechen mit denen Dumme geködert werden um dem System billiges Geld zuzuführen.

    Ich vermute, dass Sie ihre Geld nicht mal eben so mit wenig Ahnung, Zeit und Aufwand verdienen. Andernfalls dürfte das Verdienen nicht mehr lange anhalten.

    Ich glaube schon, dass ich die Börse und Handel einigermaßen verstanden habe. Ich habe nichts gegen Derivate. Meinetwegen können sich die Leute noch exotischere und abstraktere Dinge als Binary Options ausdenken und damit handeln. Wer es denn mag. Statistisch / mathematisch lässt sich allen miteinander mischen. Hypotheken mit unterschiedlicher Bonität geht besonders gut – aber nicht lange.

    Chart-Analysen findet ich eine tolle mathematische Spielerei. Bewundernswert, welche Phantasien sich da entwickeln und Muster erkannt werden. Wenn jemand weiß, was passieren kann, wenn er Charts anhand schwindeliger Modelle in die Zukunft extrapoliert, meinetwegen. Wenn der Handel jeglichen den Bezug zum gehandelten Wert verliert und nur noch auf Trend-Analysen ohne fundamentale Fakten beruht, dann halte ich dies weder für sinnvoll, noch für langfristig erfolgversprechend. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Unter 1 Millionen BO-Tradern gibt es wahrscheinlich einen, der 20 in Investitionen richtig liegt.

    Man kann auch mit Penny-Stocks reich werden – siehe Warren Buffet. In der Regel werden bei den Geheim-Tipps – siehe BAS Logistics PLC – andere reich. Die tollen Vermutungen und Tipps der vorgeblichen Profis in den Foren finde ich – ich sag mal – amüsant.

  4. Da gebe ich dir auf jeden Fall recht. Wer sich mit Binäre Optionen einlässt, der muss damit rechnen, hohe Verluste zu machen. Auf der anderen Seite lassen sich mit ein wenig Sachverstand und Vorwissen deutlich höhere Gewinne erzielen.

  5. Hiho,

    Wirklich gut beschrieben denn in meinem Kopf und dem leeren Portmonnaie haben sich schon die schönsten Dinge befunden 🙂

    Dumm nur dass die Berichte der Anwender irgendwie einstudiert wirkten, bzw die Leute vom Teleprompter ablesen wie bei der Tagesschau 😉 Einmal google nach den Leuten befragt und aus war der Wunschtraum. Der hat aber vorher schon gelitten, da es hieß in den Videos man könne mit 10 EUR traden – aber bei Anyoption kann man sich nur mit mindestens 100 EUR einkaufen. Die habe ich beim besten Willen nicht, denn das gibt mein Job einfach nicht her.

    Besten Dank für den guten Artikel, und den nachfolgenden.

  6. Hallo,
    beschäftige mich schon seit ca. 1,5 Jahre mit CFD und weiterem. Und bin nur zu einem Entschluss gekommen. Wenn es einen guten Broker gibt, dann einen fairen Broker. Das Gewinn Verlust Risiko muss immer 50:50 betragen minus 0,5 % gebühr. Sonst können wir auch Roulette spielen.

    Nach längeren Suchen bin ich auf IG Markets gestossen, für den Laien sehr übersichtlich und die Spreads akzeptabel. Jedenfalls nur bei den CFDs.
    Bei den Optionen (Keine Binären Optionen) ist der Spread gewaltig, also nicht zu empfehlen.
    Aber die Binären Optionen sind ordentlich. zb.Annhähernd 95 % Gewinnausschüttung für den Handel bis Ende des Tages auf den Dax

    Somit ist es zwar schwierig die richtige Richtung zu erraten bzw. zu erahnen, doch letztlich ist dies fair.

    Die anderen Broker von Binären Optionen sind ein Witz dagegen, mit „Ausschüttung zwischen 65 und 90 %“
    Wie gesagt dann kann man gleich Roulette spielen.

    Wer mich eines besseren belehren will, der möge mir bitte einen Broker nennen, der garantierte 96 % Gewinnausschütung bei Erfolg ausspuckt.

    Es gibt keine Reichmachformel, doch Fairness ist das mindeste was man für Erfolg benötigt.
    Vielen Dank

  7. Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Binäre Optionen eigenen sich sehr gut als Tradinginstrumente. Jedoch muss man hier festhalten, dass sie aufgrund der Kurzfristigkeit ihrer Behaltedauer zu den Daytradinginstrumenten einzuordnen sind. Je nach Ausprägung besitzen sie das gleiche / höheres Risiko jedoch auch die gleiche / höhere Gewinnchancen als herkömmliche Hebelprodukte. Wenn man ein erfolgreicher Daytrader ist wird man gerne auf Binäre Optionen zurück greifen. Jedoch sind die meisten Investoren, welche an der Börse handeln nicht erfolgreich. Vielmehr schaffen sie es nicht langfristige Strategien zu verfolgen, sodass sie beim Daytrading mittels Binären Optionen noch weniger Erfolgschancen besitzen!

    1. Ich habe länger überlegt, ob ich diesen Kommentar freischalte. Auf den ersten Blick sieht er nach Werbung für Binäre Optionen aus. Die Seite daytrading-infos.de scheint jedoch keine Affiliate Seite zu sein. Die Artikel über Daytrayding dort sind durchaus lesenswert.

      Auf der Seite werden unter anderem auch Binäre Optionen erklärt. Meine persönlich Meinung zu den Binären Optionen ist, dass sie eindeutig dem Glücksspiel und der Abzocke zuzuordnen sind. Während alle anderen Formen des Daytrading von Aktien, Optionen, Futures usw. Liquidität in den Markt bringen, der Handel auch Einfluss auf den Kurs des Basiswert hat und Optionen und Futures einen Versicherungscharakter haben, fehlen diese Eigenschaften den Binären Optionen mit Verfallszeiten im Minutenbereich völlig. Einziges Rational ist die Spekulation auf den Eintritt eines extrem vom Zufall bestimmten Ereignisses.

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